thesaurA revisited 2026
Im Juni 1996 wurde der österreichische Frauenthesaurus thesaurA erstmals präsentiert. Aus dem Verein frida (Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich) erwuchs die Idee, einen einheitlichen frauenthemenorientierten Thesaurus mit dem Schwerpunkt Österreich zu erarbeiten. Die thesaurA war ein Meilenstein für die feministische Sacherschließung und ein frauenpolitisches Instrument. Durch einen kritischen Blick auf traditionelle Dokumentationssprachen sollten Veränderungen in der dokumentarischen Praxis erreicht werden. Weitere Informationen zur Geschichte der thesaurA …
Das Projekt zum 30-jährigen Bestehen „thesaurA revisited“ möchte neben der Anerkennung der geleisteten feministischen Wissensarbeit auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen, Entwicklungen und Leerstellen anregen. Dafür wurde der Instagram Kanal thesaurA revisited ins Leben gerufen, auf dem verschiedene Beiträge einzelne Begriffe der thesaurA aufgreifen. Dabei werden Termini wie Rabenmutter, Trümmerfrauen, Frauenarchiv, Antifeminsmus besprochen ebenso wie neuere Bezeichnungen, die nicht in der thesaurA zu finden sind, wie Care-Arbeit oder Regretting Motherhood.
NAG* hat ebenfalls an der Kampagne mitgewirkt und die Begriffe Frauenliteratur und Geschlechterverhältnis ausgewählt.
Anlässlich dieses Jubiläums findet am 1. Oktober 2026 die Veranstaltung “Sichtbarkeiten, Zugänge, Netzwerke. Perspektiven feministischer und queerer Wissensorganisation” statt. Am Vormittag stehen feministische und queere Fachvokabulare, Normdaten und Fragen der gendergerechten Erschließung im Mittelpunkt. Am Nachmittag stellen sich feministische Archiv- und Bibliotheknetzwerke sowie Wissensprojekte vor. NAG* wurde eingeladen, bei einem der beiden Roundtables am Nachmittag vertreten zu sein.